Bruecke, Toscolano-Maderno, Gardasee

Das Papiermühlental Valle delle Cartiere

Wilde Natur und antike Technik

Das Valle delle Cartiere, übersetzt Tal der Papierfabriken, ist ein wildes Alpental an der Westküste des Gardasees. Auf dem Weg ins Valle delle Cartiere muss kein Wanderer mit Don Quichote gegen bedrohliche Windmühlen kämpfen. Dennoch begibt er sich in diesem wildromantischen Tal auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. Der Wildbach Toscolano, der durch den Staussee Lago di Valvestino viel an Kraft verloren hat, schlängelt sich durch ein steiles Bett. Er war für viele Jahrhunderte Energielieferant für einen Industriezweig, der heute hier nur noch historische Bedeutung und dennoch das Tal fest im Griff hat: die Papierherstellung. Beurkundet seit 1381, entwickelte sich im Valle delle Cartiere eine rege Produktion des Materials, das in den Buchdruckereien von Toscolano bis Venedig hoch begehrt war und bedruckt wurde.

Karte Valle delle Cartiere


Toscolano-Maderno

Das Handwerk rund um Druck und Papier brachte den Orten Toscolano und Maderno am Westufer des Gardasees über lange Zeit Wohlstand und Bedeutung. Im Laufe der Zeit wuchsen sie zusammen und bilden seit 1928 auch politisch und verwaltungstechnisch eine Einheit. Mittelalterliches Flair, schöne Villen, viel Grün und eine gemütliche Strandpromenade machen das Städtchen mit dem Doppelnamen heute für zu einem Eldorado für Erholungssuchende. Nur der kleine Fluss Toscolano, der ins Tal der Papiermühlen führt, trennt die beiden Ortschaften. Mehr ...

Ungezähmte Natur und technische Raritäten

Hinter dem Rathaus von Toscolano öffnet sich das Tal als Teil des Naturparks Alto Garda Bresciano, das dem Naturliebhaber das Herz aufgehen lässt und den Freund antiker Technik in seinen Bann zieht. Wer es gemütlich mag, geht am Bach entlang und trifft hier auf die Zeugen früher Industrialisierung. Die Ruinen der Papierfabriken von Covoli, Luseti, Maina und Lupo liegen still am Ufer des Toscolano Flusses, als wären Sie erst gestern verlassen worden. Das Kirchlein von Luseti, das heute einsam in der Landschaft steht, wurde im 16. Jh. von der reichen Papierfabrikantenfamilie Tamagnini gebaut, um den zahlreichen Beschäftigten im Tal einen Ort der Andacht zu geben. Relikte aus dem Mittelalter ebenso wie Reste der bis ins 20. Jahrhundert betriebenen Stätten ziehen den Blick auf sich und machen der eindrucksvollen Vegetation aus Zypressen, Kirschbäumen und stattlichen Erlen Konkurrenz. Für geübte, trittsichere Tourengänger ist die Route über den winzigen Ort Gaino eine echte Alternative: wer die Mühe des steilen Wegs nicht scheut, wird mit einem wunderbaren Ausblick über das Tal und den Gardasee belohnt.

Das Eco-Museo – kulturelles Zentrum im Papiermühlental

Die Papierfabrik von Maina Inferiore aus dem 15. Jahrhundert wurde liebevoll restauriert und zu einem Museum umgestaltet. Dieses informiert unterhaltsam über die Geschichte der Papierherstellung, zeigt Nachbildungen typischer Maschinen und Arbeitsgeräte und konserviert bedeutende Druckerzeugnisse, z. B. die Büchersammlung bekannten toscolanischen Druckerfamilie Paganini aus dem 16. Jahrhundert. Daneben organisiert das Zentrum Sonderausstellungen und kulturelle Events.

Öffnungszeiten

März-Juni
Sa-So: 10-12 / 15-17 Uhr

1.Juli – 20.September
Di–So: 10-12 / 15-18 Uhr

22. September – 1.November
Sa–So: 15-17 Uhr

Eintritt

Erwachsene: 5,00 €
Ermäßigt: 3,00 €

Fondazione Valle delle Cartiere

Centro di Eccellenza Polo cartario di Maina Inferiore
Via Valle delle Cartiere
IT - 25088 Toscolano Maderno (BS)

Tel. 0365 641050 - 338 9336451
eMail: museo@valledellecartiere.it
Web: www.valledellecartiere.it



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