Venedig, Italien

Venedig

Ausflug in die Stadt der Liebe

Markusplatz, Venedig, Italien

"La Serenissima" oder auf Deutsch "Durchlauchtigste", wie die Stadt Venedig auch genannt wird, gehört wegen ihrer Geschichte, der einzigartigen Lage und Kultur, der interessanten Bauweise sowie nicht zuletzt wegen des legendären Karnevals im Januar und Februar zu den weltweit am häufigsten von Touristen besuchten Zielen. Vom Südende des Gardasees sind es bis nach Venedig gerade einmal 150 km und knapp zwei Stunden Autofahrt. Damit bietet sich ein Tagesausflug vom Gardasee aus an, nicht nur bei schlechtem Wetter.

Die Lagunenstadt

Die etwa 260.000 Einwohner zählende und 414km² Land- und Wasserfläche umfassende Hauptstadt der nordostitalienischen Region Venetien erstreckt sich über ungefähr 170 kleine und große Inseln einer den Nordabschluss der Adria bildenden Lagune. Zu Venedig gehören ferner auch im angrenzenden Küstengebiet liegende festländische Stadtviertel wie Mestre oder Marghera. Stadtkern ist das lediglich sieben qkm große weltberühmte, insulare "Centro Historico" rund um das ehemalige Rialto, in dem etwa ein Viertel der venezianischen Bevölkerung lebt. Bekannt sind auch die dem Zentrum vorgelagerten Inseln Lido und Pellestrina sowie die Glasbläserinsel Murano und die Friedhofsinsel San Michele. Etwas weiter entfernt liegen noch die nicht weniger interessanten Inseln Torcello und Burano.

Karte von Venedig

Geschichte

Gondeln, Venedig, Italien

Venedig zählte lange zu den europäischen Großmächten. Die Bedeutung der politisch als Adelsrepublik organisierten Lagunenmetropole gründete dabei vor allem auf ihrem durch maritimen Fernhandel erworbenen Wohlstand. Die in geschützter Position vor etwa 2600 Jahren mitten im Meer gegründete Siedlung löste sich im 9. Jahrhundert von der niedergehenden byzantinischen Oberherrschaft und entwickelte sich zu einer von einer Anzahl einflussreicher Adelsfamilien dominierten Republik mit dem Dogen an der Staatsspitze. Das durch seine große Flotte geschützte Venedig expandierte im Mittelalter und beherrschte zeitweise große Teile des östlichen Mittelmeerraums. Ab dem 16. Jahrhundert minderte sich die Bedeutung der Seemacht Venedig. 1797 besetzte Napoleon Venedig, das ein Jahr später an Habsburg fiel und mit Unterbrechungen bis zur Angliederung an das Königreich Italien 1866 österreichisch blieb.

Kanal, Venedig, Italien

Diese Geschichte ist in der Stadt überall spürbar. Der Reichtum Venedigs zog zahllose Künstler in die Stadt und schuf so eine einzigartige architektonischer Kulisse. Die Gebäude, Plätze und Wege des in sechs Quartiere ("Sestieri) eingeteilten, von vielen Wasserstraßen durchzogenen, aus 120 Inselchen bestehenden historischen Zentrums sind durch mehr als 400 Brücken verbunden. Eine der bekanntesten Brücken im Zentrum ist die Rialto-Brücke – eine von nur drei Brücken über den Canal Grande. Die Rialto-Brücke steht im absoluten Zentrum der ersten Siedlung und trägt deshalb auch den Namen, den Venedig auch vor seiner Umbenennung trug – Rialto. Die Stadt ist auf in den Lagunengrund eingerammten Pfahlfundamenten errichtet. Zugleich Attraktion als auch Hauptverkehrsmittel im straßen- und autofreien Centro Storico sind Motorboote und Fährschife – die Traghetti sowie die berühmten Rudergondeln. Die am Hauptkanal Canal Grande und den Nebenkanälen aufgereihten Palazzi und kleineren Häuser bilden eines der faszinierendsten Bauensembles der Welt. Herauszuheben aus der Überfülle historisch bedeutender Bauten und Anlagen sind vor allem der zentrale Markusplatz mit Dogenpalast, Markusdom, Palazzo Zecca und Campanile, wo oft mehr Tauben und Touristen als Venezianer anzutreffen sind. Vom Campanile (Glockenturm) aus hat man die schönste Aussicht über Venedig und die gesamte Lagune. Mit einem Fahrstuhl gelangt man gebührenpflichtig auf die Aussichtsplattform. Der heutige Campanile ist ein Nachbau des Originalturms, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts einstürzte. Bedeutsam sind aber auch das Arsenal sowie die als Wahrzeichen der Stadt geltenden Brücken Ponte di Rialto (bereits beschrieben) und Ponte dei Sospiri (Seufzerbrücke).

La Biennale - Kunst in Venedig

Markusdom, Dogenpalast, Venedig, Italien

Alle zwei Jahre findet in Venedig die La Biennale die Venezia statt, eine der weltweit größten Kunstausstellungen, die in Einzelausstellungen über die ganze Stadt verteilt Millionen von Kunstliebhabern anlockt. Zu dieser Zeit findet man teilweise Eintritt in Palazzi, die sonst der Öffentlichkeit verschlossen sind. Die Haupausstellung findet man am Arsenal, wo viele Länder ihre Themenpavillons aufgebaut haben. Aber auch außerhalb der Biennale kann man in Venedig viel klassische Kunst genießen. Besonders Gemälde der Renaissance italienischer Meister sind in verschiedenen Museen zu finden.

Wer mit dem Auto vom Gardasee anreist, fährt über die Autobahn an Verona vorbei. Da das Zentrum von Venedig Autofrei ist, muss man seinen PKW vorher parken. Wer so weit wie möglich an das Stadtzentrum heranfahren möchte, kann über die Ponte della Liberta auf die Insel gelangen, muss dann aber spätestens am Piazza Roma den Wagen abstellen. Weniger kompliziert ist es das Auto auf dem Festland zum Beispiel nahe des Flughafens zu parken und mit einem Traghetto die weitere anreise in Ruhe zu genießen.



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