Nago, Gardasee

Nago


Verlässt man in Rovereto die Autobahn in Richtung Gardasee, so ist Nago der Ort, wo sich die Berge öffnen und dem Besucher den ersten Panoramablick auf den Gardasee bieten. Das kleine Dörfchen Nago ist Teil der Doppelgemeinde Torbole-Nago am Nordufer des Gardasees. Während sich der Schwesterort Torbole direkt am Ufer des Sees befindet, liegt das idyllische Bergdorf Nago etwa 150 Meter oberhalb. Die wuchtigen alpenländischen Häuser des historischen Ortskerns schmiegen sich zwischen Rebberge und bieten eine fantastische Aussicht auf die steil zum Gardasee abfallenden Berghänge. In der italienischen Region Trentino-Südtirol gelegen, zählt Torbole-Nago zu den beliebtesten Urlaubsorten am nördlichen Ufer des Gardasees. Torbole-Nago ist besonders bei Surfern und Seglern beliebt.


Die im alpenländischen Stil gehaltenen alten Häuser Nagos drängen sich eng zusammen. An einer der Hauptstraßen liegt die Pfarrkirche San Vigilio, die im Jahr 1203 erstmals erwähnt wurde. Der heutige Kirchenbau stammt aus dem 16. Jahrhundert und erhielt im 18. Jahrhundert mehrere Schmuckaltäre. Sehenswert sind auch die Wandmalereien von 1920, die die zwölf Apostel darstellen. Die etwas abseits gelegene Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit ist bis heute der Sitz einer Bruderschaft. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist im Barockstil gehalten. Ihr Inneres wird von einem prächtigen Marmoraltar dominiert.

Im Zentrum von Nago mit Blick auf die Kirche von San Vigilio

Im Zentrum von Nago mit Blick auf die Kirche von San Vigilio

Die Geschichte von Nago

Archäologische Funde belegen, dass Nago bereits in der Frühzeit besiedelt war. Vermutlich lebten die ersten Bewohner in der Jungsteinzeit in dem Gebiet des heutigen Dorfes. Auch aus der Bronzezeit wurden Spuren gefunden, insbesondere im Bereich der mittelalterlichen Burg Castell Penede. Dort befand sich vermutlich auch ein römischer Vorgängerbau, der den Gardasee überblickte. Im späten Mittelalter gelangte Nago mit den umliegenden Ortschaften unter venezianische Herrschaft und schließlich unter die des Bischofs von Trient. Nach dem Einmarsch der napoleonischen Truppen im Jahr 1796 und einem kurzen Zwischenspiel des Königreichs Bayern wurde Nago wie die gesamte Region Trient Teil des österreichisch-ungarischen Kaiserreiches. Nicht nur durch die gewaltigen Festungsanlagen prägt noch heute der österreichisch-ungarische Stil die Architektur Nagos. Erst nach dem ersten Weltkrieg fiel das Dorf an Italien. Nachdem der Ort unter der Regierung der Faschisten zugeschlagen worden war, wurde Nago schließlich im Jahr 1958 wieder mit dem Schwesterort Torbole zusammen eine eigenständige Gemeinde. Heute profitiert Nago vor allem vom Tourismus.

Die Ruine des Castel Penede bei Nago am Gardasee

Die Ruine des Castel Penede bei Nago

Festungsanlagen rund um Nago

Schon von weitem wird die Landschaft von den wuchtigen Festungswerken aus dem 19. Jahrhundert dominiert, die als Straßensperre Nago oder Forte di Nago Teil der Festung Riva am Nordrand des Gardasees waren und zu den besterhaltenen österreichisch-ungarischen Verteidigungsanlagen in Norditalien zählen. Die Festung zieht sich in drei Teilen über mehrere Ebenen hin und erlaubt einen fantastischen Ausblick auf die schroffe Berglandschaft. Da die im 19. Jahrhundert errichtete Anlage nie während Kriegshandlungen beschädigt wurde, ist sie bis heute nahezu unverändert geblieben. Nur noch Ruinen erhalten sind dagegen von dem mittelalterlichen Castel Penede, das oberhalb von Nago liegt, einer der vielen Burgen am Gardasee. Dennoch dominiert die Burg, die vermutlich auf römische Vorgängerbauten zurückgeht und einst Sitz der Grafen von Arco war, bis heute das Ortsbild. Von der auf einem Felsvorsprung gelegenen Burganlage lassen sich weite Teile des nördlichen Gardasees, sowie Torbole, der Monte Brione und bis nach Riva del Garda überblicken, weshalb dieser Aussichtspunkt als einer der schönsten der Region gilt. Weiter lesen ...

Das Forte di Nago - eine beeindruckende Festungsanlage aus dem 19. Jahrhundert

Das Forte di Nago - eine beeindruckende Festungsanlage aus dem 19. Jahrhundert

Die Gigantenschüsseln

Unweit unterhalb von Nago befindet sich ein besonderes geologisches Naturphänomen, die "Marmitte dei Giganti" oder "Gigantenschüsseln". Dabei handelt es sich um riesige Mulden im Felsen (späteiszeitliche Gletschertöpfe), die entstanden, als das Schmelzwasser des abtauenden Gletschers am Ende der letzten Eiszeit das Felsgestein aushöhlte. Es drang in die Felsspalten ein und wusch an einzelnen Stellen das Material aus. Zurückgeblieben ist eine einzigartige Felsformation, die sich durch topfartige Vertiefungen auszeichnet. Die Gigantenschüsseln sind von Nato aus gut zu Fuß zu erreichen. Mehr lesen

Marmitte dei Giganti - die Gigantenschüsseln am Gardasee

Marmitte dei Giganti - die Gigantenschüsseln am Gardasee

Die Bergwelt um Nago

Unweit von Nago liegt der Monte Baldo, ein langgezogener Bergrücken zwischen dem Gardasee und der Etsch. Er verfügt mit dem Monte Altissimo di Nago, dem Cima delle Pozzette, dem Cima Valdritta, dem Punto Telegrafico und dem Cima del Longino über mehrere Spitzen, die Höhen von über 2000 Metern erreichen. Dank der vergleichsweise sanften Landschaftsformen und der guten Erreichbarkeit mit der modernen Kabinenbahn von Malcesine aus, ist der Monte Baldo ein beliebtes Ziel für Wanderer, Mountainbiker und auch Gleitschirmflieger. Von besonderem Interesse ist das Gebiet aber für Naturfreunde, da an den Hängen des Monte Baldo eine einzigartige Flora und Fauna zu finden ist. Geschützt wird diese im Nationalpark Integrale Lastoni Silva Pezzi. Mehr lesen

Wandern auf dem Monte Baldo Massiv mit Blick auf den Gardasee

Wandern auf dem Monte Baldo Massiv mit Blick auf den Gardasee

Wanderung auf dem Panoramaweg Busatte Tempesta

Auch Tempesta ist ein Ortsteil der Gemeinde Torbole-Nago. Es liegt nur wenige Kilometer in Richtung Malcesine. Der Wanderweg ist familienfreundlich und trotzdem spektakulär, da man teilweise auf an den senkrechten Felsen montierten Steigen und Leitern hoch über dem Gardasee in Richtung Süden wandert. Drei der Treppenkonstruktionen sind recht lang und verwinkelt. Aber Vorsicht! Das laufen auf den Gitterrosten ist nichts für Wanderer mit Höhenangst. Auf dem Weg begleitet die Wanderer ein atemberaubendes Panorama über den nördlichen Gardasee. Man kann entweder nach Tempesta laufen und sich von dort mit dem Bus zurückfahren zu lassen oder man wandert auf einem Rundweg zurück nach Busatte.

Auf dem Klettersteig Busatte Tempesta mit Blick auf den Gardasee

Auf dem Klettersteig Busatte Tempesta mit Blick auf den Gardasee

Kletterpark Busatte Adventure

Tritt man die spektakuläre Wanderung auf dem Panoramaweg Busatte Tempesta an, passiert man als erstes den Busatte Adventure Park. Dieser Park bietet Klettervergnügen für die ganze Familie. Kletterbahnen für alle Altersklassen und in allen Schwierigkeiten fordern höchste Konzentration und bieten viel Spaß. Zum Park gehören ebenfalls eine Bike Area für Mountainbiker und BMX Fans. Ein kleines Imbissrestaurant, Toiletten und Picknickmöglichkeiten runden das Angebot des Busatte Adventure Parks ab.



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