Valpolicella, Italien

Das Valpolicella

Urlaub im Tal der vielen Keller

Valpolicella, Italien

Die Region Valpolicella ist eine abwechslungsreiche Landschaft östlich des Gardasees, durch das Monte Baldo Massiv von einander getrennt. Die weitläufigen Berge und Hügel sind ein berühmtes Weinanbaugebiet nördlich von Verona in der norditalienischen Provinz Veneto (Venetien). Der Name wird abgeleitet von den äußerst zahlreichen Weinkellern, in denen der Wein der Gegend reift bzw. lagert und die überall in den kleinen Tälern verstreut sind. Als Weinbauregion wird das Valpolicella in drei streng abgegrenzte Gebiete ("Terroir") unterteilt - sie werden von Ost nach West als "Valpolicella", "Valpolicella Valpantena" und "Valpolicella Classico" bezeichnet. Neben den meist leichten Valpolicella-Rotweinen entstehen hier auch Weinspezialitäten wie Recioto und Amarone, deren Trauben erst nach einer Trocknungszeit von mindestens vier Monaten weiter verarbeitet werden.



Die insgesamt 19 Gemeinden des Valpolicella erstrecken sich über eine Fläche von rund 250 km² zwischen Etschtal, Poebene und den Lessinischen Bergen (Monti Lessini). Die strukturreiche, hügelige Landschaft wird von kleinen Tälern mit verstreut liegenden Weindörfern durchzogen. Das Land steigt von Süden nach Norden kontinuierlich an und erreicht in dem Ort Fumane eine Höhe von 1.128 m üNN, die Gipfel der Monti Lessini sind bis zu 1.700 m hoch. Der Schutz durch die Alpen vor rauen Nordwinden und der günstige Einfluss der Adria bescheren dem Valpolicella ein mildes Klima, so dass hier neben Wein, Walnüssen und Oliven auch Obstsorten wie Kirsche, Pfirsich und Kiwi sehr gut gedeihen. Nach archäologischen Funden bei Fumane war diese fruchtbare Gegend bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Auch aus der Bronzezeit wurden Siedlungsspuren in der Nähe von Sant'Ambrogio entdeckt. Die Stämme der Langobarden, Etrusker und Römer setzten die Siedlungstätigkeit weiter fort, wobei der Weinbau zunehmend an Bedeutung gewann. Im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit waren es vor allem Herrscherfamilien aus dem nahen Verona und aus Venedig, die hier ihre Villen und Landgüter errichteten. Diese Bauten zählen heute zu den besonderen Sehenswürdigkeiten des Valpolicella.


Valpolicella, Italien

Bei einem Urlaub im Valpolicella lassen sich Natur, Kultur und kulinarische Genüsse auf sehr angenehme Weise verbinden. Der nördliche Teil bietet Wanderern und Radfahrern ein ausgedehntes Wegenetz durch Wälder und Weinberge. Ein beliebtes Wanderrevier ist die Gegend von Breonio, für Mountainbiker stehen z.B. Rundtouren um Sant'Anna d'Alfaedo (12 km, 480 Höhenmeter), Giazza (18 km, 1.170 Höhenmeter) und Bosco (15 km, 510 Höhenmeter) zur Verfügung. Ein weiteres lohnendes Ausflugsziel ist der Lessinia-Nationalpark mit einem beeindruckenden Fossilienmuseum und dem Wasserfallpark von Molina. Als geologische Besonderheiten sind Europas größte natürliche Brücke und einer der weltweit tiefsten Karstabgründe ("Spluga della Preta") zu bewundern. Zu den kulturellen Höhepunkten im Valpolicella zählen neben der altrömischen Villa (3. Jahrhundert) in Negrar die Villen Del Bene (Volargne, 16. Jahrhundert), Mosconi und Rizzardi (Negrar, 18. Jahrhundert), hier befindet sich auch im Giardino di Pojega das größte Gartentheater Italiens. Bedeutende sakrale Bauwerke sind die Kirchen von Fumane, San Floriano, Arbizzano und Pozzo di Valgatara. Eine Ausnahmestellung im gesamten Veneto nimmt die dreischiffige Kirche in San Giorgio di Valpolicella ein, ihre Ursprünge gehen bis in das 8. Jahrhundert zurück. Die Landschaft und der Wein des Valpolicella sind sehr ähnlich, beide sind abwechslungsreich, genussreich und einen Versuch wert.